Essroboter / Speiseroboter zur selbständigen Nahrungsaufnahme
Essroboter oder Speiseroboter ermöglichen selbständiges Essen, auch wenn die Beweglichkeit in den Armen oder Händen eingeschränkt ist.
Ein Essroboter nimmt mit einem Löffel Nahrung von einem Teller auf und führt den Löffel zuverlässig an eine vordefinierte bzw. angelernte Anreichposition in der Nähe des Mundes.
So ist ein selbständiges Essen ohne ständige fremde Hilfe im eigenen gewünschten Tempo möglich.
Anwender berichten über Wiedererlangung von Selbstbestimmtheit, Würde und ein Stück Freiheit und Lebensqualität.
Für das Pflegepersonal oder pflegende Angehörige bedeutet eine robotische Esshilfe Entlastung, Zeitersparnis und Abbau von Stress.
Selbstbestimmtes Essen im eigenen Tempo ist nicht nur wichtig, um zu schnelle Nahrungsaufnahme durch Füttern durch eine Assistenzperson und damit verbundene gesundheitliche Probleme zu vermeiden,
auch Lebensqualität und Würde können durch ein Roboterarm, der die Selbstfütterung ermöglicht, wiedererlangt werden, da selbst bestimmt werden kann, was und wann gegessen wird.
Denn mit einem robotischen Esshilfe kann nicht nur die Geschwindigkeit der Speiseaufnahme gewählt werden, sondern auch welches der angerichteten Essen als nächstes zum Mund geführt werden soll.
Zwar müssen Speisen vor der Mahlzeit angerichtet werden, danach aber übernimmt der Roboterarm die Assistenz.
Von Keksen über Suppe bis hin zu Pizza - alles zwischen "flüssig" und mundgerechten Stücken lässt sich mit einem modernen Speiseroboter anreichen.
Für wen ist eine Essroboter geeignet?
Ein robotischer Essapparat kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn die oberen Gliedmaßen keine ausreichende Funktionalität mehr haben,
sofern selbständiges Kauen und Schlucken und Kopfbewegung nach vorne zum Löffel möglich ist,
- vorausgesetzt natürlich, dass die zur Selbstfütterung kognitiv erforderlichen Fähigkeiten vorhanden sind.
Die Bedienung erfolgt z. B. durch Tastendruck (z. B. große Tasten oder kleine Tasten mit minimaler Auslösekraft) oder einer anderen Steuerung.
Speiseroboter werden häufig bei folgenden Diagnosen eingesetzt:
- Rückenmarksverletzungen
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Zerebrale Lähmung
- Amputationen
- Multiple Sklerose
- Parkinson-Krankheit
- essentieller Tremor
- Angeborene Gelenksteife (Arthrogrypose, AMC)
- Hirntrauma, Hirnverletzung
- Rett-Syndrom
- Spinale Muskelatrophie
- andere Motoneuronerkankungen/Krankheiten mit Muskelatrophie oder Muskeldystrophie
Beispiel eines Essroboters: Obi Speiseroboter
Der Speiseroboter "Obi" ist als Medizinprodukt der Klasse I ins Hilfsmittelverzeichnis eingetragen; die Kosten können nach medizinischer Notwendigkeit und einem eventuellen Nachweis, dass die Selbstständigkeit tatsächlich verbessert wird, von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Der Speiseroboter Obi ist tragbar und kann mit Akku betrieben werden, eignet sich also sowohl für zu Hause als auch für unterwegs.
Mit etwas mehr als 3 Kilogram Gewinn beträgt die Akkulaufzeit etwa 4 Stunden. Die Mundposition ist mittels kurzer Anlernphase anpassbar.
Es können sowohl die Essensauswahl, als auch schrittweise der Essensvorgang, über Taster gesteuert werden. Die Taster können prinzipiell mit jedem Körperteil, je nach motorischen Restfunktionen, ausgelöst werden.
Der Assistenzroboter ist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit und mit Sicherheitsmechanismen wie einer Kollisionserkennung ausgestattet.
Die Löffelbewegung ist tropffrei; es stehen verschieden Löffelaufsätze zur Verfügung.
Wir empfehlen eine individuelle Beratung vor Ort und eine Erprobung in den eigenen vier Wänden. Beratung und Erprobung sind über die Berater des Hilfsmittelnetzwerkes (HMNW) kostenfrei.
Kostenfreie Vor-Ort-Beratung und Erprobung
Über das HMNW können Sie sich kostenfrei und unverbindlich von einem Hilfsmittelberater vor Ort beraten lassen und eine kostenlose Erprobung anfordern.
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